Dez 09

Cerbomed: Neue Therapieoption für schwer behandelbare Epilepsien

Cerbomed: Neue Therapieoption für schwer behandelbare Epilepsien 

 

Die Stille danach schmerzt am meisten. Denn wer von seiner Krankheit erzählt, die von Nervenzellen im Gehirn ausgeht, erntet betretenes Schweigen und weiß, was Arbeitgebern und Freunden jetzt vermutlich durch den Kopf schießt: Epilepsie-Patienten gelten als wenig leistungsfähig und oftmals einfältig. Doch auch Sokrates, Napoleon und sogar Alfred Nobel litten schon daran. Epilepsie ist eine der häufigsten chronischen neurologischen Erkrankungen und ist in der Öffentlichkeit dennoch ein Tabu. Für Patienten, denen gängige Medikamente nicht ausreichend helfen, gibt es jetzt eine neue Therapieoption: Ein elektronischer Nervenstimulator, den der Patient etwa 3mal täglich selbst in das Ohr einsetzt so klein und leicht zu benutzen wie ein Handy. Transkutane Vagusnervstimulation – kurz t-VNS nennen Fachleute diese Therapie.Therapieoption für fast jeden dritten Epilepsie-Patienten
Epilepsie kann jeden treffen. Zwei Drittel der Patienten sind meist einige Jahre nach Diagnose wieder anfallsfrei: Die Therapie mit Medikamenten hilft. Doch das restliche Drittel leidet weiterhin unter Krampfanfällen aus heiterem Himmel. „Diese Patienten haben oft einen hohen Leidensdruck und sind auf Alternativen angewiesen“, erklärt Prof. Dr. Hajo M. Hamer, Leiter des Epilepsiezentrums an der Uniklinik Erlangen. Mit großen Hoffnungen verbunden ist deshalb das neuartige Gerät „NEMOS“ vom Hersteller cerbomed. Es lässt sich leicht bedienen und ist so klein, dass es in die Hemden- oder Hosentasche passt. Per Knopfdruck senden Patienten schwache elektrische Impulse über ein Kabel und einen Ohrstecker an einen speziellen Nerv, den Vagusnerv, der die Signale direkt an das Gehirn weiterleitet. Die Technologie dahinter nennt sich: transkutane Vagusnervstimulation – oder kurz t-VNS. Dreimal täglich sollten sich die Patienten dafür die speziell entwickelte kleine Elektrode ins Ohr stecken. „Einzig ein Kribbeln sollte zu spüren sein“, erklärt Prof. Dr. Jens Ellrich, Chief Medical Officer und Leiter der klinischen Forschung bei cerbomed in Erlangen.

Neue patientenfreundliche Therapieoption
Die t-VNS-Technologie ermöglicht eine patientenfreundliche Behandlungsmethode: die elektrische Stimulation des Vagusnervs. „Bisher mussten dafür allerdings eine Elektrode und ein Stimulationsgerät, ähnlich einem Herzschrittmacher, im Körper des Patienten implantiert werden“, so Ellrich. NEMOS kommt jetzt völlig ohne operativen Eingriff aus. Ob eine transkutane Vagusnervstimulation für Patienten mit einer Epilepsie in Frage kommt, entscheiden Betroffene gemeinsam mit ihrem behandelnden Arzt. Auch im weiteren Therapieverlauf bleibt der Neurologe Ansprechpartner Nummer Eins.

Über Epilepsie
In Deutschland leiden rund 600.000 Menschen an Epilepsie. Bei einem epileptischen Anfall können spontan oder seltener provoziert durch bestimmte Reize wie etwa Flackerlicht oder zu wenig Schlaf im Gehirn plötzlich und unkontrolliert eine überschießende Zahl elektrischer Entladungen der Nervenzellen provozieren. Diese heftigen Impulsaktivitäten äußern sich bei manchen Menschen in Muskelzuckungen, andere verkrampfen sich, werden bewusstlos, stürzen und verletzen sich dabei. Etwa 30 Prozent der Epilepsie-Patienten leiden unter einer pharmakoresistenten Form der Epilepsie: Eine medikamentöse Therapie führt bei diesen Patienten weder zu Anfallsfreiheit noch zu einer deutlichen Reduktion der Anfallshäufigkeit.

Über t-VNS
Die transkutane Vagusnervstimulation (t-VNS) richtet sich als Langzeittherapie an Patienten, die an schwer behandelbaren neurologischen Erkrankungen leiden. Die t-VNS wird vom Patienten selbst durchgeführt, ein stationärer Aufenthalt ist nicht notwendig. Die Therapie basiert darauf, dass ein Ast des Vagusnervs in bestimmten Regionen der Ohrmuschel mit elektrischen Impulsen durch die Haut hindurch (transkutan) stimuliert werden kann.

Über NEMOS
Der transkutane Vagusnervstimulator NEMOS besteht aus einer Stimulationseinheit und einer Ohrelektrode, die wie ein Ohrhörer getragen wird. NEMOS ist derzeit auf dem deutschen und österreichischen Markt für Patienten mit schwer behandelbaren Epilepsien verfügbar. Das Gerät kann, nach einer Empfehlung durch den behandelnden Arzt, direkt bei cerbomed bestellt werden. Der Hersteller bietet allen Patienten zudem die Möglichkeit, das Gerät nach sechs Monaten wieder zurückzugeben, sofern sie nicht auf die Therapie ansprechen.

Beteiligt ist der GCF und der MIG Fonds 3, 4, 5, 9, 11 und 13

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